Tabaklobbyisten und die Nichtraucherschutz-AG der Piratenpartei Teil 3

Unser Artikel über die umtriebigen Tabaklobbyisten des Netzwerks-Rauchen in der „Nichtraucherschutz-AG“ der Piratenpartei hat einigen Wirbel verursacht. Lobbywatch ist überrascht, wie die Akteure des Netzwerks-Rauchen immer noch versuchen, ihre Tätigkeiten zu verschleiern. Der aktuelle Vorsitzende des Netzwerks-Rauchen, Ben Palmer,  hat auf der Facebook-Seite der Piratenpartei sogar bestritten, dass Jürgen Vollmer jemals zu den Vorsitzenden dieses ominösen Vereins gehörte, was offenbar nicht der Wahrheit entspricht, denn das Netzwerk-Rauchen verbreitete bereits 2009 diese Pressemeldung (Auszug)

So ziehe offenbar kaum eine Partei die von Pharmalobby und vom WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle beim Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg auf Basis unbelastbarer Junk-Science verbreitete Legende in Zweifel, wonach von Tabakrauch auch für Nichtraucher eine erhebliche, für jährlich 3.301 Menschen angeblich sogar tödliche Gesundheitsgefährdung ausgehe, so Jürgen Vollmer, stellvertretender Bundesvorsitzender des Netzwerk Rauchen.

Unbestreitbar gehörte Vollmer zeitweise zu den Vorsitzenden des Vereins. Daneben fungiert Vollmer unter dem Pseudonym „Wettereule“ als Moderator im Forum des Netzwerks-Rauchen, er moderiert darüber hinaus dessen Facebook-Auftritt.

Auch die Aktivitäten des Werner Niedermeier im Netzwerk-Rauchen sind dokumentiert. Niedermeier betreut beispielsweise die Webseite für die Netzwerk-Rauchen Desinformationskampagne „www.neues-vom-schelm.de“, denn auf der gleichen IP 88.84.154.211 findet man Niedermeiers www.verbotswahn.de.

Ein weiterer Hinweis, dass in der Nichtraucherschutz-AG keine „Studien“ erarbeitet wurden, ist die Projektgruppe Chemie des Tabakrauchens, bestehend aus den Netzwerk-Rauchen Aktivisten Niedermeier, Vollmer,  Dieter Jäger aus Aachen alias djac  sowie „ranja“, nach eigenem Bekunden eine Raucherin, die unter dem Nichtraucherschutz in Bayern leidet und offenkundig ebenfalls dem Netzwerk-Rauchen zuzuschreiben ist.

Diese „Projektgruppe“ verfolgte offenkundig von Anfang an nur das Ziel, den Desinformationen des „Netzwerks-Rauchen“ mit der Piratenflagge einen seriösen Anschein zu geben.

Die von der Projektgruppe Chemie des Tabakrauchens angeblich „erarbeite Stellungnahme“ deckt sich inhaltlich und argumentativ mit dem Desinformationspapier „Chemie statt Mythen“, das vor mehr als 5 Jahren von den Tabaklobbyisten in Umlauf gesetzt wurde, als das Netzwerk-Rauchen noch den Zusatz „Forces Germany“ trug. Inhaltlich ähnlich ist auch die „Gefahrstofftabelle-Passivrauch“ , zu finden auf dem  Internetauftritt der Raucheraktivisten.

Botschaften und Machwerke gleichen Inhalts verbreitet auch der langjährige Schatzmeister des Netzwerks-Rauchen, Werner Paul,  auf seinem Internetauftritt „Passiv-Rauchen.de“.

Fortsetzung folgt.

Nachtrag zur Piratenpartei „Nichtraucherschutz-AG“

Zunächst wollen wir positiv vermerken, wie schnell die Piratenpartei auf unsere Veröffentlichung reagiert und die Vorgänge der ominösen „Nichtraucherschutz-AG zur Diskussion gestellt hat.

Zumal es bereits Tabakfirmen, die für die Desinformation, die letztendlich vom „Netzwerk-Rauchen“ stammt, unter „Piratenflagge“ Werbung machen.

Piratenpartei bringt Studie zum Nichtraucherschutz

Publiziert August 16, 2012 | Von tabakmeier

Hauptseite

In den Datenbank der AG Nichtraucherschutz der Piratenpartei ist zur Vorbereitung des Nichtraucherschutzgesetzes in NRW ein sehr interessantes Dokument zum Thema Nichtraucherschutz Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass die Summe der Studien keinen Zusammenhang zwischen Passivrauchen und Lungenkrebs beweisen können. Es gibt also mehr als genug Anlass, die offizielle Lehrmeinung hinsichtlich der Gesundheitsgefährdung durch Passivrauch in Zweifel zu ziehen.

Hier findet sich das gesamte Dokument

Schön zu sehen das sich die Piraten bei diesem Thema wohl doch auf unsere Seite schlagen.

Ein weiteres Beispiel findet sich auf der „Cigar-World des Herrn Benden und trägt die Überschrift: PIRATEN bezweifeln Passivrauch-These.

Lobbywatch liegen Hinweise vor, die vermuten lassen, dass eine enge Zusammenarbeit des Netzwerks-Rauchen mit MUT  – Mittelständische Unternehmen der Tabakwirtschaft besteht.

Tabaklobbyisten kapern die Piratenpartei

Bei der Piratenpartei ist im Moment viel im Umbruch. In manchen Bereichen scheinen die Piraten gar von Anhängern rechtsradikaler Ideologie unterwandert zu sein. Und es entsteht sogar ein neues Funktionsprinzip:

Lobbyismus ohne Geldfluss

Die Gunst der Stunde nutzen dieTabaklobbyisten des Netzwerks Rauchen, um die Piratenpartei als Sprachrohr für ihren ideologisch geführten Kampf gegen den Nichtraucherschutz zu missbrauchen.

Völlig ungesehen von den Parteiverantwortlichen haben sich die bei Insidern bekannten Tabaklobbyisten des dubiosen „Netzwerks Rauchen“, Jürgen Vollmer und Werner Niedermeier mit zusätzlichen Handlangern in die Piratenpartei eingeschlichen und unbeachtet und vor allem unkritisiert ihren dreckigen Job gemacht. Bisher hat noch niemand richtig Notiz davon genommen, in welchem Ausmaß das Netzwerk Rauchen seine Propagandaschlacht unter Piratenflagge führt. Wer sind die beteiligten Personen?

Jürgen Vollmer, Mitglied und zeitweise auch Vorsitzender des Netzwerks Rauchen, ist Insidern besonders durch seine pöbelhaften Internetauftritte bekannt. Herr Vollmer nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, Menschen, die sich für den Nichtraucherschutz engagieren, zu schmähen und verächtlich zu machen.

Völlig „unpiratig“, wie es im Jargon der Politneulinge heisst, dürften Vollmers Abmahnattacken gegen ihm unliebsame Meinungen sein, denn die Piratenpartei sieht den Kampf für die Meinungsfreiheit im Internet, so sagt man, als eine ihrer Kernkompetenzen an.

Werner Niedermeier aus Karlsfeld, ebenfalls Hauptaktivist beim Netzwerk Rauchen, ist der Betreiber vieler Portale, in denen es darum geht, gezielt Desinformationen über das Rauchen und den Nichtraucherschutz zu verbreiten. Niedermeier ist zudem 2. Vorsitzender des „BVGG“, einem Verein, der von der Tabakindustrie mitbegründet wurde (Lobbywatch berichtete), mit dem Ziel, die Nichtraucherschutzgesetzgebung auszuhebeln (geschlossene Gesellschaften).

Die tabaklobbyistischen Aktivitäten des Werner Niedermeier sind vielfältig. Niedermeier betreibt das Portal „Rauchernews.de“, in dem er ideologisch eingefärbte, meist durch Verdrehungen und Verfälschungen entstandene propagandistische Texte verbreitet. Auch von Herrn Niedermeier unterhalten werden die Internetauftritte „verbotswahn.de“ und „nein-beim-volksentscheid.de“, mit denen er zusätzlich versucht, seine Propaganda dem rauchenden Volke nahe zu bringen. Der Auftritt des Raucherclubvereins BVGG (bvgg.eu) und der im Moment brach liegende gastro-genuss.de stehen ebenfalls unter der Regie des Herrn Niedermeier. Maßgeblich gestaltend wirkt Niedermeier zudem beim dubiosen „Netzwerk Rauchen“ mit, das zwar immer wieder behauptet, nichts mit der Tabakindustrie zu tun zu haben, dessen Verbindungen, insbesondere zur mittelständischen Tabakindustrie ein offenes Geheimnis sind. Beispielsweise wurde die Voklsverdummungskampagne „Neues vom Schelm“ über Tabakgroßhändler an die Einzelhändler verteilt, um sie dort in ihren Läden auszulegen.

Pressemitteilungen vom „Netzwerk Rauchen“ haben den Charme von Flugblättern, wie sie die Zeugen Jehovas verteilen. Das sogenannte“Netzwerk Rauchen“ versucht sich seit vielen Jahren an der systematischen Verdummung der Menschen. Passivrauchexposition soll angeblich vollkommen harmlos sein, deswegen gehöre der Nichtraucherschutz abgeschafft. Das ist die Botschaft, die in den aggressiven „Publikationen“ der Raucheraktivisten verbreitet wird. In der Sache selbst strotzen die, freundlich gesprochen als Akt der freien Meinungsäußerung zu sehenden Abhandlungen nur so vor Logik-, Rechen- und anderen Fehlern, meist fehlt sogar ein namentlich genannter Autor.  Aus gutem Grund: In der Öffentlichkeit als Verantwortlicher für derartig obskure Botschaften gerade stehen zu müssen, dafür fehlt den Machern dann doch der Mut. Oft werden sogar gezielt die Progagandalügen der Tabakindustrie verbreitet.

Die Piratenpartei ist mittlerweile zu einer Spielwiese obskurer Gestalten geworden, die die grundsätzlich postiven Ideen der Piraten pervertieren. Das Geschehen um die Piraten Nichtraucherschutz AG ist geradezu erschütternd. Denn dort passiert unter Federführung der Raucheraktivisten Niedermeier, der mit den Pseudonymen Aranita und Pyrenia agiert, und Vollmer alias „Schneeadler“ Bemerkenswertes. Es werden genau die pseudowissenschaftlichen Inhalte verbreitet, die im Netzwerk Rauchen seit vielen Jahren von den Anhängern dieses dubiosen Vereins in Umlauf gebracht werden.

In der Nichtraucherschutz-AG der Piratenpartei existiert eine Vielzahl an Untergruppen, anscheinend kann dort jeder User eine neue Gruppe eröffnen.

Die Untergruppe Freiheit und Vernunft besteht aus Niedermeier und Vollmer. Dort nimmt man kein Blatt vor den Mund und diffamiert Menschen, die sich um den Nichtraucherschutz bemühen, offen als „militante Antiraucher“ Die Projektgruppe der Chemie des Tabakrauchens sind wieder Niedermeier und Vollmer. Hinzu kommt der Netzwerk-Rauchen Aktivist Dieter Jäger aus Aachen alias djac sowie „ranja“, nach eigenem Bekunden eine Raucherin, die unter dem Nichtraucherschutz in Bayern leidet. Die Projektgruppe epidemiologische Studien zum Passivrauchen ist ebenfalls nur von Raucher-Aktivisten besetzt: Niedermeier, Jäger, „Llarian, und „ranja“ sind zweifelsfrei dem Netzwerk Rauchen zuzuordnen.Eine weitere Person, die als Abstimmungsmarionette mitläuft, komplettiert den Reigen der pseudowissenschaftlichen Runde. Und das wars dann auch.

Mittlerweile hat eben diese „Projektgruppe“ ein „Positionspapier“ herausgebracht, das der Bezeichnung „Alter Wein in neuen Schläuchen“ voll und ganz gerecht wird. Es ist die altbekannte Strategie des Netzwerks-Rauchen, die schwache, aber dennoch von Experten zweifelsfrei gefundene Beziehung zwischen Passivrauchexposition und Lungenkrebs durch Manipulation und Fehlinterpretation in Frage zu stellen.

Genau dieses Positionspapier der Tabaklobbyisten des Netzwerks Rauchen verbreiten Aktivisten des Netzwerks Rauchen bereits unter Piratenflagge im Internet. In den Kommentaren zu einem Hetzartikel gegen den Nichtraucherschutz, der ebenfalls von einer Aktivistin des Netzwerks Rauchen verfasst wurde, wird der Anschein erweckt, die Piratenpartei hätte „wissenschaftliche“ Erkenntnisse, zur angeblichen „ Unschädlichkeit von Passivrauch “.

Zitat aus lokalkompass.de:

http://www.lokalkompass.de/gelsenkirchen/kultur/das-neue-nichtraucherschutzgesetz-oder-der-totale-krieg-gegen-die-raucher-d199188.html

Ist das Wissenschaft? Nein, für mich ist es Denialism . Die den Antiraucherorgansationen nahestehenden Wissenschaftler leugnen, dass es sehr wohl Erkenntnisse gibt, die besagen, dass Passivrauchrauch doch nicht schädlich ist. Wie zuletzt in der Zusammenstellung der Piratenpartei:

http://wiki.piratenpartei.de/wiki/images/9/93/AG_N…

Die wirklich relevanten Folgen der Passivrauchexposition bei Nichtrauchern, die nur ab und zu die Gastronomie besuchen, sind z. B. akute Reizungen der Schleimhäute und des oberen Respirationstraktes wie im Bereich des Nasen-Rachenbereich, des Kehlkopf und der Luftröhre sowie der Bindehaut des Auges. Dazu kommen oft Kopfschmerzen, ausgelöst den CO- und CO2-Überhang in verrauchter Umgebungsluft.

Passivrauch hat negative Auswirkungen auf die momentane Herzleistung und es verursacht eine verminderte Perfusionsrate (Blutflussmenge pro Zeiteinheit). Passivrauchen erhöht das Risiko für Asthma broinchiale bei Kindern, erhöht das Risiko von Nebenhöhlenerkrankungen um 40% und verursacht viele weitere Schädigungen bei Exponierten, über die sich jeder in der einschlägigen Fachliteratur erkundigen kann.

Freundlich gesprochen ist es grober Unfug, den schwachen Zusammenhang zwischen Passivrauchexposition und Lungenkrebs dazu benutzen, Passivrauch für unschädlich zu erklären.

Für die Angestellten in der Gastronomie hingegen sind die Folgen weitaus dramatischer: Kellner tragen das höchste Krebsrisiko. Fakt ist: Sogar  Tabakkonzerne, die jahrzehntelang und systematisch die Schädlichkeit des Passivrauchens verheimlicht haben, geben heute ganz offen zu: Passivrauch ist eine ernsthafte Gesundheitsgefahr.

Die Piratenpartei muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass sie von Tabaklobbyisten regelrecht unterwandert und als Vehikel für die Manipulationen und Fehlinformationen bezüglich des Themas Nichtraucherschutz missbraucht wird. Die Piratenpartei als Sprachrohr der Tabaklobbyisten, man darf gespannt sein, wie sich die Partei dazu stellen wird. Lobbywatch bleibt am Ball.

Desinformationskampagnen der Tabaklobby zum Volksentscheid für echten Nichtraucherschutz in Bayern

Wie die Münchner Abendzeitung mitteilte, steigt die Tabaklobby mit sehr viel Geld in die Kampagne gegen den Volksentscheid ein, wofür schon jetzt über 600.000 EUR zur Verfügung stehen. Pro Rauchfrei, Mitinitiator des Volksentscheids, geht davon aus, dass dem Tabakkartell aus renitenten Wirten und skrupellosen Tabakunternehmen, die seit Jahren auch den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DeHoGa) subventionieren, insgesamt über eine Million EUR zur Verfügung stehen werden. Zum Vergleich: Die Initiatoren für einen echten Nichtraucherschutz haben nicht einmal 90.000 EUR in der Kasse.

Mit dieser Finanzmacht und der Aussage „für Toleranz und Freiheit“ soll die Bevölkerung mit Lügen und falschen Behauptungen dazu gebracht werden, den Nichtraucherschutz wieder langfristig aus der Gaststätte zu verdrängen. Schließlich braucht die Tabakindustrie die Gaststätten als Umschlagsplatz für ihre Nikotindroge.

Wir können nur hoffen, dass die Bayern sich nicht von diesen Rattenfängern kaufen lassen und überzeugend wie beim Volksentscheid massenhaft mit JA für einen echten Nichtraucherschutz ohne Ausnahmen stimmen.

Quelle: Pro-Rauchfrei

Denn was passieren kann, wenn sich beim Volksentscheid die Tabaklobby durchsetzt, sollte jedem Bürger klar sein.

Der Herr Bergmüller und sein sauberer VEBWK, (Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur) , der an jenem „Bündnis für Toleranz und Freiheit“ beteiligt ist,  hat bereits im September 2009 mit der Staatssekretärin Melanie Huml weitere Lockerungen vereinbart, die beim Scheitern des Volksentscheids eine vollständige Aufhebung des Nichtraucherschutzes in der Gastronomie zur Folge hätte:

1. „Innovationsklausel“ – Lüftungsanlagen sollen einem Rauchverbot gleichgestellt werden, d.h. überall wo eine Lüftung vorhanden ist, darf wieder geraucht werden (Ob die Lüftungsanlage eingeschaltet oder regelmässig gewartet wird, kontrolliert hinterher eh wieder keiner, bei der Motivaton und Pro-Raucher-Einstellung der Behörden würde wahrscheinlich ein Ventilator ausreichen…)

2. Der Raucherraum müsste nicht zwangsweise der grössere Hauptraum (mit der Schänke) sein, es würde vermutlich ausreichen, eine Besenkammer als Nichtraucherbereich zu deklarieren.

3. Vereinsveranstaltungen wären wieder in weitem Umfang vom Rauchverbot ausgenommen, Raucherclubs würden wieder wie auch schon 2008 wie Pilze aus dem Boden schiessen.

Jürgen Koch, der Schatzmeister des VEBWK, hat ausdrücklich darauf hingewiesen, diesbezüglich vor allem der Presse gegenüber zurückhaltend zu sein, um nicht noch mehr Öl ins Feuer zu giessen.

Hier zeigt sich sehr deutlich, was dieser „Verein“ , bei dem im Hintergund einer der größten süddeutschen Tabakwarengroßhändler die Fäden zieht,  wirklich will:  Erst soll der Volksentscheid zu Gunsten der Tabaklobby ausgehen und anschliessend wird mit den vom Gesundheitsministerium bereits beschlossenen weiteren Lockerungen der Nichtraucherschutz vollständig ausgehebelt.

Jeder Nichtraucher und auch tolerante Raucher sollte sich der heuchlerischen und verlogenen Machenschaften dieses Vereins bewusst sein, und deshalb mit einem klaren  JA! FÜR den echten Nichtraucherschutz  ohne jegliche Ausnahmen stimmen!

Fairness für Raucher – Eine neue Volksverdummungskampagne der Tabakindustrie

Eins der vorrangigen Ziele der Tabakindustrie ist, zu suggerieren, dass Rauchen eine individuelle Verhaltensentscheidung darstellt. Die Irreführung besteht darin, dass die Aktivitäten und Praktiken der Tabakindustrie völlig unberücksichtigt bleiben. Der Mensch trifft Entscheidungen aber nicht in einem Vakuum, er bleibt nicht unbeeinflusst von seiner Umgebung, von Werbung und Marketing.

Die Tabakunternehmen geben 6 Milliarden US $ jährlich aus, um Jugendliche zum Rauchen anzuregen. Sie suggerieren, dass Raucher sexy, attraktiv, erfolgreich, macho, cool und hip sind. In allen Medien verbreiten sie dieses Image – angefangen von einfachen Filmen über Magazine und sogar Comic-Figuren.

„Bundesverein für Genuss in der Gastronomie“, BVGG nennt sich ein Verein, der von der deutschen Tabakindustrie gegründet und gesponsort wurde. Rainer Göhner, Vorsitzender des Bundesverbands der Zigarrenindustrie, ist Begründer dieses Vereiens. Darüber hinaus ist Rainer Göhner Geschäftsführer der Arnold André GmbH & Co. KG, die tödliche Tabakprodukte herstellt und vertreibt.
Der BVGG wird wahrscheinlich massgeblich von Mitgliedern der „Zigarrenplattform“ , dem Verband der Deutschen Zigarrenindustrie, finanziert . Die Zigarrenplattform tritt an, die Tradidion der Volksverdummung durch die Tabakindustrie fortzuführen um damit ihre tödlichen Produkte zu verharmlosen, den Tabakkonsum zu fördern und Umsatz und Gewinn zu maximieren.

Die neueste Kampagne dieses Pro-Nikotin-Konglomerats ist die Aktion „Fairness für Raucher“. Eine Aktion, die offiziell vom BVGG unterstützt wird. Wir sehen hier also erneut ein trojanisches Pferd der Tabakindustrie, die mit allen Mitteln den Absatz ihrer Produkte pushen möchte.

Tabaklobbyismus – Gequassel für den Qualm

Mit absurden Berechnungen torpediert die Berufsgenossenschaft für Gaststätten das Rauchverbot in der Gastronomie.

Wenige Tage bevor das Bundesverfassungsgericht sein Urteil zu den Rauchverboten in der Gastronomie fällt, herrscht erneut Aufregung unter Rauchern, Nichtrauchern, Kneipenbesuchern und Krebsforschern.

Die Rauchverbote beruhten auf falschen Annahmen, verbreitet die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten (BGN) in ihrem Positionspapier „Passivrauchen und Lungenkrebs“; die wissenschaftlichen Grundlagen würden „nicht stimmen“.

Damit bleibt sich die BGN treu. Schon vor einem halben Jahr hat Romano Grieshaber, der Leiter des Geschäftsbereichs Prävention der BGN, die Berechnungen zum Gefahrenpotential des Passivrauchens als „Wissenschaftsharakiri“ bezeichnet. In den Klagen gegen die Rauchverbote wird Grieshaber deshalb gern als akademischer Kronzeuge zitiert.

Das neueste Positionspapier der BGN setzt sich kritisch mit einer Literaturstudie auseinander, die das Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Universität München erstellt hat. In dem Bericht werden Studien aus aller Welt analysiert, die sich mit der Passivrauchbelastung im Gastgewerbe befassen. Das Fazit: Eine langjährige Exposition, wie sie in Diskotheken oder Bierlokalen üblich sei, kann das Erkrankungsrisiko des Personals verdoppeln. Doch die BGN glaubt in den analysierten Studien „Fehlerhaftigkeit“ zu erkennen und legt eigene Modellrechnungen vor.

Ein Beispiel: In einer der Studien, die in den Münchner Literaturbericht eingegangen sind, haben Wissenschaftler der Universität Hongkong bei mehr als 100 Beschäftigten aus dem Gastgewerbe, die selbst nicht rauchen und auch zu Hause keinem Tabakrauch ausgesetzt sind, die Cotininwerte gemessen. Cotinin ist ein Abbauprodukt von Nikotin, das in Blut, Speichel und Urin nachweisbar ist und sich als Biomarker für das Maß der Passivrauchbelastung etabliert hat.

Die Autoren aus Hongkong leiten aus den Messungen ab, dass sich bei Nichtrauchern, die 40 Jahre in verrauchten Kneipen arbeiten, das Risiko, an Lungenkrebs oder einer Herz-Kreislauferkrankung zu sterben, deutlich erhöht.

Daten von chinesischen Kellnern

Die BGN überträgt nun die Daten der chinesischen Kellner auf die gesamte deutsche Bevölkerung und kommt dabei zu folgendem Resultat: „Hiernach müssten in Deutschland von den geschätzten 52 Millionen Nichtrauchern jährlich 156.000 Personen sterben, wenn sie privat einer Exposition wie im Gastronomiebereich ausgesetzt wären.“

Die Zahl klingt absurd hoch. Und sie ist es auch, denn ihrer Berechnung liegt eine „absurde Prämisse“ zugrunde, wie die Epidemiologin Katja Radon sagt, die den von der BGN kritisierten Literaturbericht verfasst hat. Wenn in allen deutschen Privatwohnungen über 40 Jahre jeden Tag stundenlang Dutzende oder Hunderte von Rauchern zu Gast wären, wie dies in vielen Kneipen der Fall sei, so Radon, dann müsste die Zahl der Todesfälle durch Passivrauchen tatsächlich sprunghaft steigen.

Die BGN aber zieht aus ihren Rechenexempeln weitreichende Schlüsse: Wenn man das Rauchverbot in der deutschen Gastronomie durchsetzen wolle, so Isabel Dienstbühl von der BGN, solle man den Mut haben zu sagen, dass es politisch motiviert sei und nicht wissenschaftlich begründet.

Während die international führenden Institutionen auf dem Gebiet der Krebsforschung den Zusammenhang von Passivrauchen und Lungenkrebs als erwiesen ansehen, vermutet die BGN, dass „die Erkrankungsursache Passivrauch bei den Exponierten der Gastronomie gegenüber Nichtexponierten keine Rolle spielt“. Während sich der oberste Vertreter der US-Gesundheitsbehörden nach einer akribischen Auswertung von hunderten Studien im Jahr 2006 für ein umfassendes Rauchverbot am Arbeitsplatz aussprach, hält die BGN die Qualität solcher Übersichtsarbeiten für „fraglich“.

Auf ähnliche Weise wie die BGN hat bislang nur die Tabakindustrie versucht, die Gesundheitsgefahren des Passivrauchens in Zweifel zu ziehen. Das scheint kein Zufall zu sein. Weil die Zigarettenhersteller zur Nahrungsmittelbranche gehören, sitzen die Arbeitgeber und Betriebsräte der Tabakindustrie im Vorstand und in der Vertreterversammlung der BGN. Interne Dokumente der Industrie deuten auf die langjährigen Kontakte hin, die zwischen beiden Seiten bestehen. So heißt es in einem Strategiepapier des Marlboro-Produzenten Philip Morris aus dem Jahr 1993: „Ziel: allgemeine Rauchverbote verhindern. Strategie: Studien auf den Weg bringen, die belegen, dass Maßnahmen im Hinblick auf ETS (Tabakrauch in der Umgebungsluft, Anm. d. Red.) nicht notwendig sind. Die Berufsgenossenschaften als Bündnispartner nutzen.“

Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten bietet sich als Bündnispartner der Tabaklobby besonders an, weil sie ein Eigeninteresse daran hat, das Passivrauchen als harmlos einzustufen. Andernfalls müsste sie als gesetzliche Unfallversicherung der Beschäftigten im Gastgewerbe womöglich für die Folgekosten beispielsweise von Lungenkrebs aufkommen.

Lungenkrebs als Folge des Passivrauchens eine Berufskrankheit

In Dänemark wurde Lungenkrebs als Folge des Passivrauchens bereits im Oktober 2005 als Berufskrankheit anerkannt; andere Staaten wollen nachziehen. Der BGN-Mann Grieshaber aber warnt eindringlich davor, „aus Volkskrankheiten Berufskrankheiten“ zu machen.

Dadurch würde das Kausalitätsprinzip des Versicherungsrechts zerstört, demzufolge eine Krankheit eindeutig auf eine Ursache zurückgeführt werden muss. „Der Eindruck drängt sich auf, dass unter allen Umständen verhindert werden soll, dass die möglichen Schäden durch Passivrauchen als Berufserkrankung anerkannt werden“, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie, der Deutschen Krebsgesellschaft und des Deutschen Krebsforschungszentrums zum aktuellen BGN-Papier.

Dabei, glaubt man der BGN, wären die Folgekosten gar nicht besonders hoch. Denn die Zahl der Lungenkrebsfälle unter den Beschäftigten in der Gastronomie ist den Berechnungen der Berufsgenossenschaft zufolge erstaunlich gering. Bei einer Auswertung der Krankendaten von 173712 Köchen und 61827 Kellnern ist die BGN in fünf Jahren nur auf 33 Fälle von Lungenkrebs gestoßen. Dabei waren unter den Personen nicht nur Nichtraucher, sondern auch Raucher. Würde man das Ergebnis auf die deutsche Bevölkerung übertragen, käme man gerade mal auf 1640 Lungenkrebsfälle pro Jahr. Tatsächlich sterben jedes Jahr aber etwa 40000 Bundesbürger an Lungenkrebs.

Wer die Rechenexempel der BGN ernst nimmt, muss sich an dieser Stelle fragen, worin sich die Beschäftigten in der Gastronomie vom Rest der Bevölkerung unterscheiden. Ein Unterschied ist besonders auffällig. Während insgesamt nur jeder dritte Erwachsene in Deutschland zur Zigarette greift, liegt der Raucheranteil im Gastronomiegewerbe laut BGN bei 60 bis 80 Prozent. Daran gemessen ist die niedrige Zahl der Lungenkrebsfälle in der Branche noch verblüffender. Mit anderen Worten: Die Daten der Berufsgenossenschaft taugen dazu, den statistischen Nachweis zu führen, dass Rauchen vor Lungenkrebs schützt. Wendet man die Modellrechnungen der BGN auf ihre eigenen Daten an, könnte man auch sagen: Wenn alle Deutschen in der Gastronomie arbeiten würden, müsste sich die Zahl der jährlichen Todesfälle durch Lungenkrebs um 95 Prozent verringern.

Es fehlt noch eine Veröffentlichung

„Wenn die Krankendaten der BGN stimmen, sind sie eine Weltsensation“, lästert Michael Pfeifer von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie. Er würde sich die Daten gern einmal genauer ansehen. „Schließlich lässt sich die Qualität der Daten erst dann wirklich beurteilen, wenn sie in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift veröffentlicht wurden.“ Eine solche Veröffentlichung fehlt aber bis heute.

Das hat die BGN jedoch nicht davon abgehalten, ihre Warnungen vor der „Passivrauchhysterie“ (Grieshaber) auf ihrer Homepage zu veröffentlichen. Auch die Kritik an dem Literaturbericht des Münchner Universitäts-Instituts wurde Anfang Juli per Internet in Umlauf gebracht. Dabei gibt es noch gar keine endgültige Fassung der kritisierten Münchner Studie. Es sei „bedauerlich, dass ein Zwischenbericht öffentlich kommentiert wird, obwohl der Endbericht noch nicht vorliegt“, so der Auftraggeber der Studie, der Dachverband der gesetzlichen Unfallversicherungen.

Das sieht man beim Netzwerk Rauchen ganz anders. „Herrlich“, freut sich ein Mitglied dieses Raucher-Verbands über das BGN-Papier, „das ist eine öffentliche Hinrichtung. Und der Zeitpunkt der Veröffentlichung war doch sicherlich auch kein Zufall…“ Offenbar hoffen die Gegner der Rauchverbote in der Gastronomie darauf, dass sich das Bundesverfassungsgericht von den Verlautbarungen der BGN beeindrucken lässt. Wenn am Mittwoch in Karlruhe das Urteil verkündet wird, wird sich zeigen, ob diese Hoffnung berechtigt war.

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wissen/751/303732/text/

Anmerkung der Redaktion: Das Bundesverfassungsgericht wurde von Materialien des „Netzwerks-Rauchen“ förmlich bombardiert. In ihrem Urteil zitieren die Verfassungsrichter unter anderem die Studien des Deutschen Krebsforschungszentrums. Andere „wissenschaftliche „Aussagen zur Gefahr des Passivrauchens, wie etwa die des Tabakindustrietoxikologen Scherer wurden vom Bundesverfassungsgericht ins Reich der Märchen verwiesen. Der Gesetzgeber ist laut dem Bundesverfassungsgericht zurecht gegen die schweren Gesundheitsgefahren des Passivrauchens gesetzlich vorgegangen.
Der Schutz der Bevölkerung vor dem Passivrauchen sei ein „überragend wichtiges Gemeinwohlziel“, so die Richter. Deshalb sei auch ein absolutes Rauchverbot in allen öffentlichen Gaststätten verfassungsgemäß.

Kronzeuge der Raucherlobby von der Tabakindustrie bezahlt

Ein Toxikologe erklärt vor dem Verfassunggericht, Passivrauchen sei nicht schädlich. Er gilt als Sachverständiger – der seine Aufträge von der Tabakindustrie erhält.

Es war ein Angriff auf die Gesundheitsforschung der vergangenen Jahrzehnte. Passivrauchen in Gaststätten schade praktisch nicht, sagte der Toxikologe Gerhard Scherer zur Überraschung vieler Zuhörer am Mittwoch vor dem Bundesverfassungsgericht. Scherer war als „sachverständige Auskunftsperson“ geladen.

Denn Deutschlands höchstes Gericht denkt derzeit über jene Gesetze der Bundesländer nach, welche das Rauchen in Gaststätten weitgehend verbieten – zum Schutz der Nichtraucher. Dass Passivrauchen gesundheitsschädlich ist, haben unzählige Forschungsarbeiten längst bewiesen. Umso überraschter waren viele Menschen, als sie von den Ausführungen des Sachverständigen Scherer hörten.

Doch wer einen Blick auf Gerhard Scherers Biographie wirft, ist gar nicht mehr überrascht. Der Biochemiker leitet seit 1988 das Analytisch-biologische Forschungslabor ABF in München. Dieses Labor war eine Forschungseinrichtung des Verbands der Cigarettenindustrie (VdC), bis sein Ruf so ruiniert war, dass der Verband es im Jahr 2002 zur ABF GmbH umfunktionierte. Seither gilt das Labor offiziell als „unabhängig“.

Vernebelungstrategie der Zigarettenindustrie

In wichtigen Dingen hat sich allerdings nicht allzu viel geändert: So ist Gerhard Scherer seit nunmehr 20 Jahren ununterbrochen Chef des Labors. Auch stammt weiterhin ein Großteil der Forschungsaufträge von der Tabakindustrie, wie Scherer im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung einräumte. „Wir sind trotzdem unabhängig“, betonte er. „Als akkreditiertes Labor sind wir verpflichtet, nach exakten Standards zu arbeiten.“

Das ABF ist 1980 als Teil einer umfassenden Vernebelungsstrategie der Zigarettenindustrie gegründet worden. Eigene Forschung sei „zur Erhaltung der sozialen Akzeptanz des Rauchens“ nötig, befanden die Firmen. Die Ziele waren klar: „Die Stoßrichtung der Forschung ist es vornehmlich, wissenschaftliche und politische Meinungen und Entwicklungen in Deutschland zu beeinflussen.“ So steht es in internen Dokumenten der Tabakindustrie, welche diese 1998 öffentlich machen musste, um Regressforderungen zu entgehen. 40 Millionen Seiten sind inzwischen im Internet zugänglich.

In diesen Dokumenten findet sich an zahlreichen Stellen auch der Name von Gerhard Scherer, der mit seinen Arbeiten einen wichtigen Beitrag zur Akzeptanz des Rauchens leisten sollte. Vor 15 Jahren konnte sich Scherer mit diesen Arbeiten sogar habilitieren – am Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität München.

Dort arbeitete Elmar Richter, mit dem Scherer gemeinsam im Auftrag der Tabakindustrie forschte. Von 2001 an und noch bis April 2008 leitete Richter das Uni-Institut sogar kommissarisch. Um Mitarbeiter von Universitäten bemüht sich die Industrie bis heute. „Es kommen immer wieder unanständige Angebote“, sagt Dietrich Reinhardt, Dekan der medizinischen Fakultät der Uni München. „Wir sehen solche Zusammenarbeit heute aber nicht nur kritisch, wir sind absolut dagegen.“

Scherers Habilitations-Absichten fand der VdC so bedeutsam, dass sie sogar Eingang in eine Sitzung des „wissenschaftspolitischen Ausschusses“ des VdC vom April 1993 fanden. Die Habilitation zum Thema Passivrauchen werde Zigaretten nicht in einem schlechten Licht erscheinen lassen, versicherte ein Ausschuss-Mitglied dem Protokoll zufolge: Es würden sich „keine Resultate in dieser Arbeit finden, welche nicht Teil eines offiziellen VdC-Projekts waren“.

Die Strategie der Tabakindustrie ging auf. In kaum einem Land hat sie so starken Einfluss auf Wissenschaft und Politik ausgeübt wie in Deutschland. Es gab sogar persönliche Dankschreiben an Kanzler Helmut Kohl. „In den 90er-Jahren hatte die Tabakindustrie wesentliche Teile der deutschen Medizinerelite auf der Gehaltsliste“, sagt der Lungenchirurg Thomas Kyriss von der Klinik Schillerhöhe in Gerlingen. „Und bei der Erzeugung ihrer Nebelschwaden spielte das Münchner ABF-Labor eine herausragende Rolle.“

Zufriedene Zigarettenlobby

Der VdC war hochzufrieden mit seiner Forschung. Denn sie brachte nur die gewünschten Ergebnisse: Es habe „keinen einzigen Fall gegeben, in dem gegen unseren Willen uns schädigende Erkenntnisse aus unseren Forschungsvorhaben an die Öffentlichkeit getreten“ sind, steht in einem Dokument vom 31. Oktober 1980.

Auch „Herr Dr. Scherer“, heißt es in einem anderen Protokoll vom 8. Februar 2001, „stellte fest, dass sich das Konzept der eigenen proaktiven VdC-Forschung als erfolgreich erwiesen“ habe. Mindestens bis 2002 war Scherer noch „VdC-Betreuer“ mit dem Schwerpunkt „wissenschaftliche Bewertung neu auftretender Vorwürfe“.

Seit nunmehr 20 Jahren setzt sich Scherer als Experte fürs Passivrauchen in Szene. Inhaltlich bleibt seine Argumentation allerdings dünn. So belegte er seine Aussage, Schäden durch Passivrauch in der Gastronomie seien kaum erfassbar, im August 2007 vor dem Landtag Rheinland-Pfalz nur mit etwa zehn Jahre alten Studien.

„Die Ausführungen sind veraltet“, heißt es dazu in einem Arbeitspapier des Deutschen Krebsforschungszentrums. Es sei inzwischen „hinreichend bewiesen“, dass Passivrauchen etwa am Arbeitsplatz „das Risiko von Lungenkrebs, Herzinfarkten und Lungenkrankheiten signifikant erhöht“.

Womöglich haben die Karlsruher Richter von Scherer auch keine allzu große Aussagekraft erwartet. Während sie nach anderen Statements lebhaft Fragen stellten, ließen sie den Münchner ABF-Mann ohne weiteres Gespräch ziehen.

Quelle: http://www.webnews.de/http://www.sueddeutsche.de/panorama/artikel/821/180268/